Lavendelduft und Federvieh

Meldung

Praxisnahe Fortbildung im Matthias Pullem Haus

Der gesamte Eingangsbereich des Matthias Pullem Hauses in Köln duftet nach Rosmarin und Lavendel. Rund 50 Seminarteilnehmerinnen und Seminarteilnehmer tummeln sich in den Räumlichkeiten und im großen Garten der Senioreneinrichtung. Es wird gebastelt, geschnuppert, gepflanzt und diskutiert. Der Grund: Die Fortbildung „Grün tut gut – Gartenbezogene und tiergestützte Angebote im Betreuungsalltag“.
Schon seit vielen Jahren bieten „Vier Pfoten für Sie – Der Hundebesuchsdienst für Menschen mit Demenz“ der Alexianer Köln GmbH , das Matthias Pullem Haus in Trägerschaft des Deutschen Ordens und der DICV Köln Fortbildungen für Betreuungskräfte im Rahmen der Kölner Demenzwochen an.
Doch so groß, wie in diesem Jahr, war die Resonanz der Fachkräfte noch nie.
Aus ganz Köln und Umgebung kamen Frauen und Männer im Matthias Pullem Haus zusammen, um sich in drei verschiedenen Workshops weiterzubilden.
Gartenbezogene und tiergestützte Aktivitäten ermöglichen älteren Menschen ein Erleben der Natur mit allen Sinnen und können auch ein besonderer "Türöffner" zu Menschen mit Demenz sein. Riechen, Schmecken und Fühlen wecken Erinnerungen an längst vergangene Zeiten, schenken an-regende Momente und helfen bei der Biografie-Arbeit.
Über den Tag verteilt lernten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Grundwissen und die Wirkungen von garten- und tiergestützten Angeboten im Betreuungsalltag.
Jutta Büttgenbach, Gärtnerin der Klostergärterei der Alexianer, bepflanzte in ihrem Workshop ein Kräuter-Hochbeet und erklärte alles: von der richtigen Befüllung über das Auswählen geeigneter Kräuter bis hin zur Ernte. Mit den Händen tief in der Erde, setzen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr neugewonnenes Wissen direkt um und pflanzten engagiert Minze, Oregano, Thymian und Rosmarin.
Im Workshop „Federvieh und Hufgetrappel – Tiergestützte Angebote mit Nutztieren“ referierten Anne Gelhardt und Ulrike Kreysa vom Bundesverband Tiergeschützte Intervention e.V. über die Möglichkeiten und Voraussetzungen, Tiere bewusst in Therapie, Pädagogik und soziale Arbeit zu integrieren. Fast alle Tiere, von Hasen über Hennen bis zu Schafen können einbezogen werden, um Ressourcen zu fördern, physische, emotional-soziale und kognitive Kompetenzen zu stärken und so die Lebensqualität zu steigern. Hierbei ist der achtsame, tiergerechte und respektvolle Umgang mit den eingesetzten Tieren die wichtigste Grundlage.
„Viele Bewohnerinnen und Bewohnerinnen in Altenheimen sind nur noch eingeschränkt mobil. Der Kontakt zur Natur sollte aber so lange wie möglich erhalten werden“, erklärt die Gartentherapeutin der Alexianerinnen Katja Schubert in ihrem Workshop. Mit Kastanien, Blättern, Kräutern oder vielen anderen Naturmaterialien lassen sich auch in den Einrichtungen kostengünstig Naturangebote realisieren. Egal ob ein Mobile aus Waldmaterialien, die Erstellung eines Kräutersalzes oder Futterglocken für Vögel. An fünf unterschiedlichen Bastelstationen ließen die Seminarteilnehmerinnen und Seminarteilnehmer ihrer Kreativität freien Lauf.
Tanja Kamp, Teilnehmerin aus Wuppertal, bringt die Meinung vieler Seminarteilnehmerinnen und Seminarteilnehmer am Ende der Fortbildung auf den Punkt: „Das war ein sehr inspirierender Tag! Es ist eine innovative Idee, Menschen aus anderen Einrichtungen einzuladen und ihnen so viel Fachwissen in Workshops zu vermitteln. Wir haben viel gelernt und hatten dabei richtig Spaß!“