Zum 53. Mal in ununterbrochener Folge hat die Dorfgemeinschaft Sürth Bürger, die älter als 70 Jahre sind, zum Seniorenfest am Samstagnachmittag, 30. Oktober 2010, eingeladen. Dieser Termin ist als Ausflug für die mobileren Bewohner im Veranstaltungskalender des Matthias-Pullem-Hauses immer fest eingeplant.
Der Festsaal der Linde AG war dafür schön hergerichtet. Ein großes Blumengesteck schmückte die Bühne. Die langen Tische waren mit herbstlichen Papiertischdecken und Servietten gedeckt und mit hübschen Blumengestecken dekoriert.
Vorsitzende Ingrid Kupgisch freute sich bei der Begrüßung, dass viele der Einladung gefolgt waren, was bestätigt, dass das Angebot immer gut ankommt. Es wurde für das körperliche Wohl gesorgt – viele ehrenamtliche Helfer verteilten Kaffee und leckere Käsesahne-Torte oder Apfelriemchen-Kuchen. Außerdem war ein unterhaltsames Programm vorbereitet.
Maikönigin Maikönigin Dominique Jankowski mit den beiden Maigrafen, ihrem Bruder Marcel sowie Mike Ronsisvalle, und Maivater Günter Gottschalk absolvierte ihren Auftritt zu Beginn der Veranstaltung mit Routine. Sie trat aber nicht nur in ihrem rosa Abendkleid mit weißem Bolero-Jäckchen offiziell in Erscheinung, sondern sie half abends auch mit, heiße Würstchen mit selbst gemachtem Kartoffelsalat zu servieren.
Für die Musik sorgten wie schon seit Jahren die Bergisch-Rheinischen Musikanten. Sechs Blasmusiker, ein Keyboarder und ein Schlagzeuger machten gute Tanzmusik mit volkstümlichem Einschlag. Schon beim ersten Walzer schunkelte der ganze Saal.
Ingrid Kupgisch stellte als erstes den Sürther Zauberer „Astro Aladino“ alias Helmut Kautz als eine der „dunklen Gestalten“ vor, die Ende Oktober durch die Lande ziehen. Über der schwarzen Hose und dem schwarzen Hemd hatte er allerdings ein rotes Jackett an. Alle staunten über seine Tricks mit Flüssigkeiten. Er schaffte es tatsächlich mit einem kleinen Glas durch „Umverteilung“ wie bei den Renten zunächst immer größere Gläser und dann einen Glaskrug zu füllen. Nachdem er damit die vier verschieden großen Gläser gefüllt hatte, behielt er sogar noch einen Rest für eine Kaffeetasse, die letzte „Rentenerhöhung“. Großzügig ließ er Maikönigin Dominique „After Eight“-Pralinen im Saal verteilen. Die einzige Tüte, die dann für ihn im Topf blieb, enthielt aber keine Süßigkeit, sondern einen 100-Euro-Schein. So ein Pech!
Der zweite Programmpunkt stand noch am Heumarer Dreieck, als er eigentlich im Linde-Casino auftreten sollte. Aber Ingrid Kupgisch ließ souverän als Einlage ein Alphorn-Duo, zwei Musiker der Bergisch-Rheinischen Musikanten, auftreten. Diese erläuterten dem Publikum nach ihrem Auftritt, wie sie die 3,62 m langen Instrumente transportieren: sie lassen sich in drei Teile zerlegen!
Und dann kam er, der Ostermann-Interpret „Et Klimpermännche mit Quetsch“ alias Thomas Cüpper. Statt eines Einzugsliedes der Musikkapelle zog er es vor, mit leiseren Tönen „einzumarschieren“, und zwar mit dem schönen Lied „Och war wor dat früher schön doch en Colonia“. Auf seinem Programm standen viele alte Lieder von Willi Ostermann, so z.B. „Et Stina muss ne Mann han“, kölsche Krätzjer sowie „doofe“ und „fiese“ Witze, aber auch sein eigenes besinnliches Lied „Wo sen de Johre geblivve?“
Als Überraschung gab es dann als letzten Programmpunkt eine Premiere: Dagmar Assenmacher trat mit ihrer Tochter Julia als Gesangs-Duett auf. Sie begann mit dem von ihr getexteten „Sürth-Lied“. Danach sangen beide das fröhliche Lied „He am Rhing“ von De Räuber – gerne fiel das Publikum immer wieder ein mit „Halleluja“. Dann gab es den ersten Auftritt auf einer Bühne für Julia Assenmacher: Sie sang eine von ihrer Mutter geschriebene Liebeserklärung an Köln: „Du bist …“. Bei diesem professionellen Auftritt nahm ihr keiner das Debut als Gesangsstar ab! Im Duett gab es dann zum Mitmachen für den Saal „Sierre Madre op Kölsch“. Nach lang anhaltendem Applaus sang Julia Assenmacher dann wieder überzeugend eine weitere Liebeserklärung an Köln: den Song „Du bes Kölle“ von Tommy Engel – und ihre Mutter konnte das stolz aus dem Publikum beobachten.
Nach einem unterhaltsamen Nachmittag gab es für die Organisatoren nur positive Rückmeldungen. Und die Teilnehmer vom Matthias-Pullem-Haus waren besonders zufrieden, da sie Dagmar Assenmacher, die dort im Sozialen Dienst arbeitet, und ihrer Tochter natürlich ganz fest die Daumen gedrückt und sich mit ihnen über ihren großen Publikumserfolg gefreut hatten.
Anita Brandtstäter