Am 26. März feierten wir im Matthias-Pullem-Haus den dritten Gottesdienst für unsere Bewohner mit (und ohne) Demenz.
Die Gottesdienste werden von einem kleinen Team als Wortgottesdienst mit Thema in einer vereinfachten Form vorbereitet. Es zeigt sich, dass durch die vereinfachte und verkürzte Form des Gottesdiensteses einfacher ist, Gott, und vor allem den Gottesdienst als solchen zu erkennen. Jeder unserer Gottesdienste für Demenzerkrankte hat sein eigenes Thema. Dadurch ist es noch einmal einfacher Gottes Wort und Tun unseren Bewohnern näher zu bringen und wieder ihr Interesse dafür zu wecken. Das Thema am 26. März war „Frühling“. Dabei versuchten wir über alle Sinne das Interesse an dieser Feier zu wecken. Das gelingt auch meistens, was man daran erkennt, dass die Bewohner ihre Unruhe verlieren, aufmerksamer werden und teilnehmen. Also, man merkte es einfach, das etwas anders war. Um die Sinne und Aufmerksamkeit zu wecken, wurde unser Atrium mit bunten, grellen Frühlingsfarben geschmückt, um optisch den Abschied vom grauen Winter sichtbar zu machen. Der Altarbereich wurde mit bunten Zweigen und Frühlingsblumen (Tulpen, Narzissen) geschmückt. Die aufblühenden Zweige und Blumen sollen ein Vergleich sein zur österlichen Zeit, von Tod, Auferstehung und Neuanfang. Zudem wurde der optische Eindruck noch durch Frühlings und Blumendüfte, die im Raum verteilt wurden, verstärkt. Der Gottesdienst selbst, wurde zur Wiedererkennung mit einem zehn minütigen, dezentem Kirchenglockenleuten (vom Band) eingeleitet. Dieses weckte schon zu Beginn die Aufmerksamkeit und bereitete auch die Sinne für den Gottesdienst vor. Die Feier selbst begann zum Einzug der Zelebranten mit einem kurzen, gefälligen Orgelstück. Wir hatten das Glück den Gottesdienst mit zwei Zelebranten feiern zu können. Pfarrer Karl-Ernst Sebastian unser Hausgeistlicher und Frater Karl Pemsl OT aus dem Seelsorgeteam des Deutschen Orden teilten sich diese Aufgabe schon zum zweiten Mal in unserem Haus. Nach der Begrüßung und dem Kreuzzeichen wurde zusammen, und mit Orgelbegleitung das Lied „Liebster Jesu wir sind hier“ gesungen. Bei der Auswahl der Lieder aus dem Gotteslob greifen wir immer auf sehr bekannte Lieder zurück, die unsere Bewohner gegebenenfalls auch noch aus der Erinnerung mitsingen können. Im Gottesdienst wurden auch zwei Frühlingslieder (Volkslieder) gesungen. Mit „Nun will der Lenz uns grüßen“, nach der Lesung und „Im Märzen der Bauer“ vor den Fürbitten sollte zusätzlich noch einmal das Frühlingsthema ins Gedächtnis gerufen werden. Kyrie, Tagesgebet, Lesung, Psalmen, Evangelium, Fürbitten, Schlussgebet usw. wurden leicht verständlich in einfache Worte gefasst. Nach dem „Vater unser“ und dem Segen wurde dann jedem Einzelnen von Pfarrer Karl-Ernst Sebastian der Segen mit Segenszeichen erteilt. Frater Karl Pemsl OT und die Ordensschwester der Hauseigenen Seelsorge verteilten gleichzeitig an jeden Gesegneten eine Karte mit aufgedruckten Frühlingsblumen und einem Frühlingsgebet und eine echte Narzisse um den Frühling anfassen und spüren zu können. Da das Segnen aller eine kleine Zeit dauerte, wurde diese mit den Liedern „Panis Angelicus“ „Gottes guter Segen sei mit euch“ und einigen besinnlichen Orgelwerken untermalt. Zum Schluss und Auszug der Zelebranten sangen dann alle das bekannte Lied „Großer Gott wir loben dich“. Weil einige Lieder sich mit Gitarren- oder Klavierbegleitung besser anhören, spielten wir die Musik über eine Übertragungsanlage von Band oder CD. Zum Gottesdienst bekam jeder ein Begleitheft in dem alle Lieder und Texte in großer Schrift abgebildet waren. Und wem das verfolgen der Texte und Lieder schwerfiel, konnte sich wenigstens, auch noch nach dem Gottesdienst, an den schönen Frühlings- und Osterbildern in diesem Heft erfreuen.
Trotz der Aufwendigkeit der Planung, Gestaltung und Ausführung unserer Gottesdienste für Demenzerkrankte glauben wir, dass wir auf einem guten Weg sind, einen Gottesdienst auch mit unseren dementen Bewohnern würdig feiern zu können, was uns die hohe Teilnahme von über vierzig Bewohnern und der Besuch einer Gruppe einer befreundeten Einrichtung aus der Nähe zeigt. Auch die zunehmende Zahl von nicht Dementen Bewohnern, werten wir als positiven Erfolg für unsere Arbeit.
Jürgen Assenmacher
Mitgestalter des Gottesdienstes
Hausmeister im Matthias-Pullem-Haus