| Das erste Mal |
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Schon um 12 Uhr beim Mittagessen im Atrium war eine gewisse Unruhe zu spüren. Gleich geht es los! Das erste Mal sollte der Sürther Karnevalszug wegen Bauarbeiten auf der Hauptstraße durch den Grünen Weg am Matthias-Pullem-Haus vorbei kommen. Einige Bewohner hatten sich schon als Bauarbeiter mit gelben Helmen verkleidet. Denn nächsten Monat ist der „Spatenstich“ für den Umbau in Richtung auf zukunftsorientiertes Wohnen im Alter geplant. Vor dem Haus trotzten dann ab 13 Uhr etliche Bewohner in Rollstühlen dem permanenten Nieselregen. Drei Sonnenschirme sollten zusätzlich Schutz bieten. Im Wintergarten stand ein Rollstuhl am anderen. Und im Haupthaus hatten einige Bewohner und Gäste „Logenplätze“ an den Fenstern ergattert. Nach etwa einer halben Stunde des Wartens ging es wirklich los: „D’r Zoch kütt!“. Schon die erste „Gruppe“, nämlich die Polizei, wurden von der „Bauaufsicht“ Petra Schillinger herzlich begrüßt. Für besondere Menschen wie den Dorfpolizisten verlieh sie als „Orden“ Hännesche- und Bärbelche-Puppen. Dann ging es Schlag auf Schlag: Fußgruppen, Wagen und Musikkapellen wechselten einander ab: Furcht erregende Hunnen der Goldenen Horde, der „Blindenrat der Stadt Köln“, der den Ausbau des Godorfer Hafens beschlossen hat, präsentiert von „Für Sürth“, eine bunte Fußgruppe mit Wichteln und Schmetterlingen der Kindertagesstätte „Elfenland“, die Sürther Dorfgemeinschaft in einer 950 Jahre alten „Burg“, die „Kapelle Jonge“ aus Weiß leider in Anoraks und Regencapes über den schmucken blau-weißen Uniformen, ein bunter „VW-Bus“ mit den „Hippies“ des „Stammdesch Löstije Karnevalsfründe“, die „frisch geschlüpften Küken“ der neuen Kita am Markt von „Miteinander leben“, drei schöne Wagen der „K.G. Löstige Flägelskappe“ – die Damen „genossen“ blaues Meer und bunte Cocktails –, und schließlich die Prunkwagen des Ex-Dreigestirns und des Dreigestirns. Nicht nur Prinz Horst I, Jungfrau Josi und Bauer Patrick warfen Strüssjer, Schokolade und Puffreis. So kamen viele Bewohner nach gut einer halben Stunde Zugspalier mit etlichen Trophäen und guter Laune wieder ins Warme. Danach war erst einmal etwas Ruhe angesagt. Anita Brandtstäter |
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