Erster Spatenstich

Spatenstich
v.l.n.r. Gordon Hollerbuhl (Architekt), Monika Ross-Belkner (Bezirksbürgermeisterin), Dr. Thomas Franke, Staatssekretär Günter Kozlowski, Roswitha Dammann

Am 4. März 2009 war der symbolische „ erste Spatenstich“ im Matthias-Pullem-Haus in Köln-Sürth. Das Haus soll in den nächsten zwei Jahren so umgebaut werden, damit es eine optimale Infrastruktur für ältere Menschen zum Wohnen und Leben bietet.

Um 10:00 Uhr begrüßte Frau Roswitha Dammann in Vertretung der erkrankten Leiterin der Einrichtung, Petra Schillinger, Gäste und Bewohner. Die Dorfgemeinschaft war mit der Vorsitzenden Ingrid Kupgisch vertreten. Von der Stadt Köln waren sowohl die Seniorenvertretung als auch die Bezirksbürgermeisterin Monika Roß-Belkner gekommen.

Herr Dr. Thomas Franke, Geschäftsführer der Deutschordenswerke, erläuterte die geplanten Umbaumaßnahmen. Der Träger, der bundesweit 65 Einrichtungen mit insgesamt 2.200 Mitarbeitern für 3.000 Menschen betreibt, investiert 9,6 Mio. Euro, um aus einem typischen Altenheim der 70er Jahre mit langen Gängen und 73 Einzel- und 36 Zweibettzimmern links und rechts ein auf die Bedürfnisse der Bewohner ausgerichtetes Zuhause zu machen. Selbstverständlich wird Heizungs- und Sanitärtechnik sowie die Elektroinstallation erneuert – unter Berücksichtigung von Umweltschutzaspekten. Es wird ein Vollgeschoss aufgestockt und damit viel Platz geschaffen für neun Wohngruppen mit großzügigen Wohnküchen und 117 individuell ausgestatteten Einzelzimmern mit behindertengerechter Nasszelle.

Der Staatssekretär des Ministeriums für Bau und Verkehr, Herr Günter Kozlowski, aus Düsseldorf lobte das Konzept des Architektenbüros Billstein. So genanntes „Gruppenwohnen“ wird die zukunftsorientierte Wohnform für ältere Menschen werden. Und die Pläne für das Matthias-Pullem-Haus bieten Basis für Leben und Erleben, Kommunizieren und Fördern, Pflegen und Wohlfühlen. Umbau und Erweiterung werden deshalb vom Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Zukunftsprogramms „Bauen für ältere Menschen“ mit einem zinsgünstigen Darlehen über 4,5 Mio. Euro gefördert.

Aufgelockert wurden die Reden durch zwei Gesangsvorträge der Leiterin des Sozialen Dienstes Frau Assenmacher. Sie erläuterte auf Kölsch, warum gerade in Sürth soviel Geld investiert wird, und wie sich Bewohner und Mitarbeiter während des Umbaus verhalten sollen – gemäß dem kölschen Grundgesetz:

1. Et es wie et es! – Sieh den Tatsachen ins Auge.
2. Et kütt wie et kütt! – Habe keine Angst vor der Zukunft.
3. Et hätt noch immer jot jejange! – Lerne aus der Vergangenheit.
4. Wat fott es es fott! – Jammer den Dingen nicht nach.
5. Et bliev nix wie et wor! – Sei offen für Neuerungen.
6. Kenne mer nit, bruche mer net, fott domet! –
Sei kritisch, wenn die Neuerungen überhand nehmen.
7. Wat wells de maache? – Füge Dich in Dein Schicksal.
8. Küss de hück nit, küss de morje. – Nur keine Eile.
9. Maach et jot, ävver nit ze off! – Achte auf Deine Gesundheit.
10. Wat soll dä Quatsch? – Stelle immer zuerst die Universalfrage.
11. Drink doch eine met? – Sei gastfreundlich.
12. Do laachs do dich kapott! – Bewahre eine gesunde Einstellung zum Humor.
13. Bliev wie Do bes. – Lass Dich nicht verbiegen.
14. Dä Herjott es janit esu. – Vertraue auf himmlischen Beistand.

Als „Spatenstich“ sollte dann ein Loch in einer Wand im ehemaligen Verwaltungstrakt vergrößert werden. Der Staatssekretär versuchte sich daran redlich – zur Freude der anderen Offiziellen, die alle in Bauhelmen für die Presse posierten.

Abgerundet wurde die rundum gelungene Veranstaltung durch eine Messe in der Hauskapelle und einen Imbiss mit Erbsensuppe und Chili con Carne im Wintergarten.

Anita Brandtstäter