Köln, den 21. November 2007

Name, Vorname: Skupien Peter
Geburtstag: 17.07.1987
Geburtsort: Lubaczow

Liebe Leserinnen und Leser,

seit dem 01. August 2007 verrichte ich meinen Zivildienst im Matthias Pullem Haus in Köln Sürth, bis voraussichtlich zum 30. April 2008.
Zunächst möchte ich die Frage beantworten wie ich zu der Entscheidung gekommen bin einen Zivildienst dem Bundeswehrdienst vorzuziehen. Der Zivildienst bietet meiner Meinung nach die gegenteilige Alternative zur Bundeswehr. Ich für meinen Teil sehen keinen weitreichenden Sinn in neun geforderten Monaten den Dienst mit der Waffe anzutreten, um eventuell von sich behaupten zu können einen aufgekommenen Konflikt zweier Nationen auf einem primitiven Niveau mit der Waffe durch zu setzen. Diese meine Stellungnahme, zu einer Wahl der Ableistung seiner Pflicht dem Staat gegenüber, soll keine kompromisslose Behauptung darstellen, sondern lediglich meine momentane Einstellung wiedergeben. Die lautet: „Macht und Kontrolle können gewissenhaft genutzt werden jedoch auch zu egoistischen Zwecken überbewertet werden.“

Auf die Idee meinen Zivildienst in diesem Hause abzuleisten kam ich durch einige Freunde, welche ihren Dienst ebenfalls dort verrichtet haben, und durch den für mich begünstigten nahen Standort.
Meine ersten Eindrücke von der Einrichten waren ausgesprochen positiv. Die Einrichtung überzeugt durch ihr gepflegtes Äußeres als auch Inneres.
Die Angestellten sind zum Teil exorbitant freundlich und höchst engagiert. Was sich keinesfalls negativ auf den ersten Eindruck auswirkt.

Die ersten zwei Tage im MPH stellten sich für mich als schwierigste heraus. Das Arbeiten mit körperlich und geistig zum Teil stark eingeschränkten Menschen erwies sich als Lebenserfahrung, welche ich nicht aus meinen Schulbüchern gelernt habe. Trotz meines guten Umganges mit anderen Menschen habe ich selbst gemerkt wie viel ich noch dazulernen kann.
Zu meinem Aufgabenbereich obliegt die Betreuung. Die Betreuung umfasst das Anreichen der Mahlzeiten für die Bewohner/innen, Spazierfahrten/-gänge, interne als auch Externe Veranstaltungen des Hauses und Ärztetouren.
Bei meinem Dienst lernte ich Probleme kennen, die sich zum größten Teil erst im hohen Alter bemerkbar machen. Hierzu zähle ich die verschiedenen Krankheitsbilder, zu denen Demenz, Kontrakturen, etc. gehören. Aufgrund dieser Krankheitsbilder bzw. Realität, die einem vor Augen geführt wird, fiel mir persönlich zu Beginn die Betreuung der Bewohner schwer.
Der wichtigste Grundsatz den man sich vor Augen führen sollte und ich gelernt habe ist es den Bewohnerrinnen u. Bewohnern des MPHs den Aufenthalt so angenehm wie wir ihn uns an ihrer Stelle vorstellen zu machen.

Schlussfolgernd aus meiner oben aufgeführten Zusammenfassung möchte ich sagen, dass eine Institution wie es das Matthias Pullem Haus ist die objektiven Grundsätze unserer heutigen Gesellschaft repräsentiert als auch die subjektiven ethischen und moralischen. Der Zivildienst bietet die Möglichkeit einen kurzen aber dennoch wertvollen Einblick in die anthropozentrisch Würde des Menschen. Wertvoll aus dem Grunde, weil die Würde letztlich eine Qualität des Handelns eines jeden Individuums bezeichnen kann, rechtlich betrachtet ein jedes Individuum frei und gleich an Würde und Recht geboren wird.